AUS DER WELT DER WIZO

ENDLICH WIEDER ISRAELFEELING

Nach beinahe zwei Jahren endlich wieder in Israel ankommen, ein lang gehegter Traum wurde wahr. Mein fast zweiwöchiger Aufenthalt begann nach überstandener Kurzquarantäne mit einem Kaffee mit Füßen im Sand. Das bunte, ja kunterbunte Treiben entlang der Strandpromenade faszinierte mich und ich kam mir vor wie ein Tourist, der zum ersten Mal Tel Aviv und seine Menschen in Augenschein nimmt. Die Energie, die Lebenslust elektrisierte mich so sehr, dass ich für die Dauer meines Aufenthalts mit einem Minimum an Schlaf auskam. Am Sonntag schloss ich mich der Delegation von Frankfurts OB Peter Feldmann an, die 40 Jahre bestehende Städtepartnerschaft von Frankfurt und Tel Aviv zu feiern. Die Tour begann mit einer Bauhausführung rund um den Kikar Dizengoff, der nach dem Umbau in neuem, wunderschönen Gewand erstrahlt. Gleich zu Beginn wurde die Architektin und WIZO- Chawerah Genia Averbuch erwähnt, nach deren Entwurf 1934 die Gebäude um den Kikar Dizengoff gebaut wurden. Die darauffolgende Kranzniederlegung an der Gedenkstätte von Izchak Rabin berührte uns alle sehr, denn bis heute begleitet mich die Frage, was wäre gewesen, wenn Igal Amir vor 26 Jahren nicht die tödlichen Schüsse abgefeuert hätte.

Die Fröhlichkeit kehrte zurück beim Mittagessen, das Tel Avivs OB Ron Huldai zu unseren Ehren gab. Am Abend folgte ein Empfang im „Lieblinghaus“, ein Bauhausprojekt, das in meiner Lieblingsgegend rund um den Kikar Bialik gelegen ist. Das „Lieblinghaus“ beherbergt seit Neuestem eine Frankfurter Küche, ein Geschenk der Ernst Mey Gesellschaft anlässlich des Jubiläums, die liebevoll restauriert und nach Israel verschifft worden war. Mittels einer Aufführung, die auf dem von der WIZO-Chawerah Dr. Erna Meyer 1920 veröffentlichtem Buch „Wie kocht man in Erez Israel“ basierte, brachte uns eine Bezalel Absolventin die Innovation einer neuen, effizienteren Küchenführung nahe. Der Abend klang auf der Dachterrasse mit Rundblick auf die „Weiße Stadt“ aus.

Das Highlight des nächsten Tages war ein Besuch im Ichilov Krankenhaus bei Israels Corona Zar Ronny Gamzu (Foto). Die Bescheidenheit des kleinen Mannes der so viel Großes leistet, hinterließ einen starken und bleibenden Eindruck bei uns allen. Zum Abschluss der Frankfurt/Tel Aviv Begegnung gab es ein Abendessen mit verschiedenen Start-ups und deren Investoren. Vieles für mich unverständlich, aber faszinierend, denn Israel ist weltweit das Land mit den meisten Unicorns, d.h. Firmen mit einer Marktbewertung von über einer Milliarde US Dollar.

Gleich am darauffolgenden Tag machte ich mich an die WIZO-Arbeit. Im WIZO Haus in Tel Aviv gab es ein freudiges Wiedersehen mit vielen Repräsentantinnen der Welt WIZO, denen ich unser Jubiläumsbuch „Rebels with a cause“ persönlich aushändigen konnte. Mein Besuch zog sich bis in die Nachmittagsstunden, denn es gab viel zu erzählen und zu planen.

Am darauffolgenden Tag besuchte ich gemeinsam mit meiner Präsidiumskollegin Riwa Sandberg die Moshe und Luba Korn-Kindertagesstätte in Ramath Israel im Osten Tel Avivs. Dort stehen einige Renovierungen an, die hoffentlich durch großzügige Spenden im Laufe des nächsten Jahres durchgeführt werden können. Die Anzahl der Kinder ist bedingt durch die Corona Pandemie und die daraus resultierenden finanziellen Engpässe der Eltern leicht zurückgegangen, aber die Gegend ist im starken Aufschwung und ich gab mein Versprechen, dass wir unser Bestes versuchen werden, jedem Kind eine Chance durch unsere gesammelten Patenschaften zu verschaffen. Weiter ging es in unsere Kindertagesstätte in Ra‘anana, die dank der von der Hannelore Krempa Stiftung unterstützten Renovierungen in neuem Glanz erstrahlt.

Das jüngste Kind dort ist gerade einmal vier Monate alt und wurde liebevoll von der Leiterin immer wieder auf den Arm genommen. Die Leiterin, Lior Paz, ist selbst alleinerziehende Mutter von vier Kindern und erzählte uns von einem Projekt, das sie in Zukunft gerne realisieren möchte. Im hinteren Teil des großen Gartens gibt es noch eine nicht genutzte Fläche, die sie zu einem Verkehrsgarten umgestalten möchte. Schon früh müssen die Kleinen sich an den enormen Verkehr gewöhnen und können so spielerisch herangeführt werden.
Ganz beglückt von der positiven Atmosphäre machten wir uns in unserer Jugenddorf Hadassim auf.

Dort erwartete uns die größte Überraschung, die uns zu Tränen rührte. Mit einem breiten Lächeln kam der Hadassim-Direktor, Zeev Twito, zusammen mit einer tanzenden und singenden Gruppe von Na’aleh-Studenten auf uns zu. Diese Begegnung war etwas Besonderes, denn wir, mittlerweile durch unsere Ehrenpräsidentin Rachel Singer verstärkt, waren nach Ausbruch der Pandemie die erste Delegation, die zu Besuch kam. Neben der Welt WIZO Präsidentin Esther Mor und der Chairperson Anita Friedman hatte sich beinahe die gesamte Exekutive versammelt. Nach mehreren herzlichen Reden weihten wir das Tonstudio, das dank großzügiger Spenden von Jolly & Gil Bachrach, Alex Urseanu, Gaby Pemper und Genja Katz gebaut werden konnte, ein. Die Mesusa wurde angebracht, das Band zerschnitten, die Plaketten enthüllt und dann folgte die nächste Überraschung des Tages. Auch ich durfte im Tonstudio mitmachen und die Gitarre schwingen. Im Anschluss brachten wir an unserem Schulgebäude Plaketten als Dank an alle unsere großzügigen Unterstützer*innen (FPS Partnerschaft von Rechtsanwälten, Matthias Fuchs, Geschwister Zwier Stiftung, Jürgen B. Harder, Henryk Sznap Stiftung, Porsche Zentrum Frankfurt und VGF Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main) an. Auf dem Spaziergang dorthin kamen wir auch an der von Dr. Dieter und Simone Graumann gespendeten Pergola des Hemed Dormitorys vorbei. Bei einem gemeinsamen Mittagessen berieten wir über künftige Projekte in Hadassim, um den dort ansässigen 1400 Schülern zu einer besseren Zukunft zu verhelfen. Ein erfüllter Tag ging zu Ende und bald darauf auch eine sehr erfüllende Reise. Ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Besuch.

Nicole Faktor


INTERNATIONALER WELTFRAUENTAG

In diesem Jahr steht der Internationale Weltfrauenfrauentag unter dem Motto #CHOOSE TO CHALLENGE, was so viel wie „NIMM DIE HERAUSFORDERUNG AN“ heißen mag. Der Fokus bei der WIZO in Israel liegt in diesen Tagen ganz auf der Unterstützung von Frauen beim Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt. Bedingt durch die Corona – Pandemie haben ca. 700.000 Israelis ihre Arbeit verloren. Die traurige Wahrheit ist, dass 70% der Arbeitslosen Frauen sind, die Mehrheit davon junge Mütter. Neben einer zweitägigen Konferenz am 7. und 8. März zu diesem brisanten Thema, die u.a. Workshops und eine Jobfair beinhaltet, hat die WIZO bereits im Sommer 2020 das Mother´s Parliament  (Mütterparlament) ins Leben gerufen.

Diese Initiative richtet sich an Mütter kleiner Kinder, die aufgrund mangelnder Ausbildung, ihres Alters, Entlassung aus dem Militärdienst oder der Corona-Pandemie Schwierigkeiten haben, in den Arbeitsmarkt eingegliedert zu werden. An zahlreichen Standorten in Israel können sich diese jungen Frauen gemeinsam mit ihren Kindern zu Workshops und Beratungsgesprächen treffen, während ihre Kinder spielerisch von WIZO-Voluntär*Innen  betreut werden. Das Programm umfasst 12 Sitzungen, die meist einmal pro Woche stattfinden. Bislang haben sich über 100 Mütter registriert und sind auch teils erfolgreich vermittelt worden.


Chanukka

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Junge Freiwillige krempeln die Ärmel für die WIZO hoch: Gestern Nachmittag – und bis spät in die Nacht hinein – verpackten WIZO-Mitarbeiter und Freiwillige hunderte Sufganiot (Donuts), die heute zu Chanukka verteilt werden. Dies ist ein Teil einer erstmaligen WIZO-Initiative, deren gesamte Erlös an die WIZO geht.

Unter den Freiwilligen waren zwei junge Mädchen, Shirel, Tochter der Vizepräsidentin der WIZO Deutschland und Vorstandsmitglied der WIZO Berlin Dr. Shoshana Feingold-Studnik und ihre Freundin Ofir. „Wir waren beide sehr froh, helfen zu können”, sagte Shirel. „Meine Familie steht für ehrenamtliche Arbeit und Spenden für die WIZO, daher war es für mich selbstverständlich hier mitzumachen. Als ich 12 Jahre alt war, haben meine Familie und ich einen Teil meiner Bat Mitzwa-Geschenke gespendet, für die dringend benötigte Renovierung des Spielplatzes einer WIZO-Kindertagesstätte in einem unterprivilegierten Stadtteil von Rishon LeZion. Jetzt bin ich sehr stolz darauf, in der WIZO-Zentrale in Tel Aviv ehrenamtlich tätig zu sein. Ich freue mich schon auf weitere Freiwilligenarbeiten.“


Die Kinderaugen in der Notunterkunft

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Die Kinder, die z. Zt. mit ihren Müttern in einer Notunterkunft wohnen müssen, hatten einen aufregenden und erfüllten Tag und gingen am Abend glücklich und müde zu Bett, erzählt die Leiterin.
Wir fingen an mit der Ausstellung von Reisepässen, reisten nach Frankreich und bauten einen Eiffelturm und aßen Croissants, Dann ging es nach Italien, wir machten Nudelketten und aßen Pizza, das Eis  haben wir für den Nachmittag aufgehoben. In England setzen wird Kronen auf und liefen mit Zauberstäben in der Hand herum. In Dubai bauten wir Sanduhren mit Sand aus den Dünen und beendeten unsere Reise in Israel mit dem Anzünden von Kerzen und Donuts. Wir verteilten Geschenke und Waffeln und verabschiedeten uns dann mit Umarmungen von den Kindern und Müttern.


Sexual abuse has morphed into a new monster in the age of coronavirus



Der Stolz der WIZO!

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Vier WIZO-Schulen, darunter die drei WIZO-Jugenddörfer Nir Ha’emek, Gan Vanof, und Nahalal und die WIZO Municipal Technological High School (Städtisches Technisches Gymnasium) in Rehovot, stehen auf der diesjährigen Liste der 302 herausragenden Gymnasien, die am 26. August 2020 vom israelischen Bildungsministerium veröffentlicht wurde. Zu den Auswahlkriterien gehören u.a. die Erfolgsquote bei der Verhinderung von Schulabbrechern, die Anzahl der Absolventen, die später in den Militärdienst absolvieren, die Integration von Sonderschülern und hervorragende Leistungen bei den Immatrikulationsprüfungen. Gan Vanof steht schon das dritte Jahr in Folge (und das vierte Mal insgesamt) auf dieser prestigeträchtigen Liste und es ist auch das vierte Mal für Nir Ha’emek. Nahalal wurde sogar in die höchste Kategorie eingestuft und steht im Vergleich mit allen Jugenddörfern in Israel an der Spitze.


Wir freuen uns und sind stolz darauf

Equal Law

November 2020

Ein bahnbrechender Erfolg für die Arbeit der WIZO bei der Förderung der Rechte israelischer Frauen am Arbeitsplatz

Vor zwei Wochen wurde der Gesetzentwurf der WIZO zur Gleichheit des Arbeitsentgelts für Frauen und Männer von der Knesset verabschiedet.  Das neue Gesetz verpflichtet die Arbeitgeber, einen Jahresbericht zu veröffentlichen, in dem die Lohnunterschiede zwischen ihren männlichen und weiblichen Beschäftigten im Einzelnen aufgeführt sind. Diese Transparenz wird Frauen helfen, Fairness und Gleichheit zu erreichen.

Hinter diesem Erfolg stehen die Initiative und intensive Lobbyarbeit der WIZO Israel und die Partnerschaft mit dem Knesset-Mitglied Etty Atia, das den Gesetzentwurf gesponsert hat.  Ora Korazim, die Vorsitzende von WIZO Israel, bemerkt in Medieninterviews : “Diese Gesetzesvorlage ist  ein wichtiger Meilenstein im fortwährenden und gerechten Kampf zur Verringerung der geschlechtsspezifischen Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt und zur Förderung der Gleichstellung in allen Lebensbereichen. Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in Israel liegt derzeit bei 32%, obwohl es ein Gesetz gibt, das gleichen Lohn für beide Geschlechter fordert. Von nun an wird es sich jeder Arbeitgeber zweimal überlegen, bevor er bei den Löhnen seiner männlichen und weiblichen Angestellten diskriminiert”.


Die WIZO Frankfurt erhält die Ehrenkachel des hessischen Ministerpräsidenten

Ehrenkachel WIZO

Dank des engagierten Einsatzes unserer ehemaligen Schirmfrau Edith Strumpf, mit der uns eine jahrzehntelange Freundschaft verbindet, erhielt die WIZO Frankfurt die Ehrenkachel des Landes Hessens als Anerkennung und Würdigung für ihr Engagement für Menschen in Israel.

Der hessische Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz überreichte die Auszeichnung bei der WIZO Night for Children 2019 und betonte in einer beeindruckenden Rede die Einzigartigkeit des Engagements der WIZO Frauen.